Weinheimer Nachrichten vom 30. Mai 2011

Zeitungsartikel der Weinheimer Nachrichten

Tolle Kostüme, eine schöne Geschichte und viel Musik bot das Musical "Paul der Pinguin" in der Weinheimer Stadthalle. Akteure der Theodor-Heuss-Grundschule und des Sängerbundes Oberflockenbach brachten das Gemeinaftsprojekt auf die Bühne. Bild: Gutschalk
Tolle Kostüme, eine schöne Geschichte und viel Musik bot das Musical "Paul der Pinguin" in der Weinheimer Stadthalle. Akteure der Theodor-Heuss-Grundschule und des Sängerbundes Oberflockenbach brachten das Gemeinaftsprojekt auf die Bühne. Bild: Gutschalk

 

Weinheim. Es ist gar nicht so einfach, acht Pinguine bei einem Tanz auf der Eisscholle einigermaßen in Takt zu halten, zumal, wenn sie dabei auch noch singen müssen. Hinzu kommt, dass es sich um Erst- bis Viertklässler handelt, die nicht immer das befolgen, was sich eine Choreographin oder ein Chorleiter so ausgedacht haben, sondern sich auch mal eine Pause gönnen oder einen kleinen Ton daneben liegen. Doch sind es nicht genau diese kleinen Holprigkeiten, die eine Kinderaufführung so überaus liebenswert machen? In der gut besuchten Stadthalle feierte die Theodor-Heuss-Grundschule zusammen mit dem Sängerbund Oberflockenbach eine umjubelte Premiere des Kindermusicals "Paul der Pinguin" von Gerhard Meyer und Gerhard Weiler. Regie führte Horst Scheuermann.

 

Viertes Projekt
Es ist bereits das vierte Musical, mit dem der Chorleiter des Sängerbundes, Hans-Joachim Karl, Grundschüler und erwachsene Chormitglieder in einem gemeinsamen Musikprojekt zusammenführt. "Die Generalprobe am Vortag war einfach chaotisch", erzählte der Dirigent, und Choreographin Christiane Schreiber-Betz nickte zustimmend. Dafür lief es am Aufführungsabend beinahe wie am Schnürchen, so dass es immer wieder Zwischenapplaus gab.
Eine reizende Geschichte spielt sich auf der mit Tuch bespannten, neonartig beleuchteten "Eisscholle" ab. Die Pinguine, die alle nur Nummern haben, werden von ihrer Lehrererin in der Pinguin-Schule ganz schön gedrillt. Doch eines Tages steigt einer aus dem Ei, der von Anfang an aus der Reihe watschelt. Er nennt sich "Paul", weil er keine Nummer sein möchte (reizend gespielt von Timo Sattler) und er träumt von einer anderen Welt, denn am Südpol ist es ihm einfach zu kalt und zu grau: "Ich träum‘von einer and’ren Welt, in der der graue Vorhang fällt." Warum nicht einfach nach Hawaii auswandern. Und schon senkt sich unter Applaus ein Fesselballon-Korb auf die Bühne herab. In ihr sitzt der Albatros (Jannis Jüngert).
Er schwebt mit Paul zurück nach oben, um ihn ins Land seiner Träume zu bringen. Mit "a-lo-ahe" begrüßen ihn bei strahlendem Sonnenschein die farbenfroh kostümierten "Hawaii-Boys und -girls" (15 niedliche Erstklässler) mit Blumenkränzen und Hula-Hoop-Reifen, untermalt von den romantischen Hawaii-Klängen der "Haus-Band" (Sabine Endrich/Piano, Dr. R. Bähr/Bass, Manfred Müller-Jehle/Schlagzeug und Prof. S. Vajna/Gitarre.
Doch Paul landet zuerst im Zoo, wo ihn der böse Zoodirektor (großartig Tim Platz) antreibt. Neben Schimpansen, Löwen und Biber ist Paul der einzige, der aus der Kälte kommt. Er treibt seine neuen Freunde an, sich gegen den tyrannischen Direktor zu wehren und landet im Käfig. Doch die Freunde können ihn befreien, und es startet eine große, bunte Pool-Party. Kunststücke wie Tellerdrehen, Seilhüpfen oder Einradfahren werden vom neu ernannten Zirkusdirektor (niedlich Tizian Tomcyk aus der 2. Klasse) angesagt. "Hier in diesem Zoo, da gibt’s ne neue Show".
Dann lernt Paul seine Paula (Milena Schenk) kennen. Sie gründen eine Familie, und "Paule Nummer 2 schlüpft aus dem Ei". Da die moderne Technik offenbar auch Pinguine nicht kalt lässt, greift Paul zum Handy und überbringt den frisch gebackenen Pinguin-Großeltern die freudige Nachricht.
Alle bilderbuchschön kostümierten Darsteller finden sich zum abschließenden "a-lo-ahe" auf der Bühne ein. Stehenden Applaus gab es für die zauberhafte Inszenierung, die großartigen Akteure sowie den Chor des Sängerbundes als stabile Säule der kleinen Kollegen.
Der Extra-Beifall galt Regisseur Horst Scheuermann, der Choreographin Christiane Schreiber-Betz und nicht zuletzt dem Dirigenten Hans-Joachim Karl, der erneut ein bezauberndes Ergebnis kreativer Gemeinschaftsarbeit zwischen Erwachsenen und Kindern präsentierte. rav